Kritik: Ein Sommernachtstraum @Volkstheater

Foto: Arno Declair

Ivanas Kritik – Besuchte Vorstellung: 7. November 2018

Hör dir hier Ivanas Kritik an!

Ich hatte das Drama vor meinem Besuch im Volkstheater endlich mal wieder gelesen und war auch erneut richtig angetan vom Shakespeare Klassiker. Die Magie hinter der Geschichte, die Missverständnisse, die Romantik um den Wald, den Unterschied zur Realität auf der Burg und die Gesetzlosigkeit und Ausnahmesituation sobald man die Grenze der Welten überschreitet. Ich hatte Bilder des Max-Reinhardt-Films und einer Kinderaufführung des Shakespeare- Stücks, in der ich vor 10 Jahren war, im Hinterkopf. Und jetzt saß ich im Volkstheater. Mit den vier Verliebten, alle mit der gleichen Bob-Frisur, im Touristen-Hawaii-Hemd und Jeans hatte ich nicht gerechnet. Dann kam der Bachelor dazu: Puck im Anzug, mit Rosen in der Hand, die er benutzte, um immer mal wieder Helena, Demetrius, Hermia oder Lysander umzuschießen. Die Videoinstallation hinten in der Mitte der Bühne, kam auch noch hinzu, eher unnötig und unverständlich. Schließlich sowohl die Handwerker, als auch Titania und Oberon als Zombies auf der Bühne und es war vollkommen.

Ich fand den Gedanken gut, wobei das Anders-Machen und Anders-Umsetzen eines solchen Dramas ja jetzt momentan eher weniger die neueste Idee ist. Verzweifelte Liebe und Unerwiderte Liebe trifft auf dermaßen Absurdes, dass man tatsächlich einige Male lachen musste, was ich doch sehr schön fand. Die Verliebten stehen eher als die naiven Deppen vom Dienst dabei, während die drei Zombie-Handwerker über die Zuschauer klettern und die Inszenierung enorm bereichern. Ich bin froh, dass ich es gesehen habe, aber einige Elemente hätte man besser machen können. Mehr Tiefe, mehr Innovation, weniger Drang nach einer Inszenierung, die alles ganz anders macht.

Zur Inszenierung

Premiere am 23. September 2018 // 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

Regie: Kieran Joel
Bühne & Kostüm: Belle Santos
Musik: Lenny Mockridge
Video: Krzysztof Honowski
Dramaturgie: Daphne Ebner

Mit

Oberon: Pascal Fligg
Titania: Luise Deborah Daberkow
Puck: Max Magner

Helena: Nina Steils
Hermia: Carolin Hartmann
Lysander: Sebastian Schneider
Demetrius: Timocin Ziegler

Zettel: Jakob Geßner
Squenz: Mauricio Hölzmann
Flaut: Oleg Tikhomirov

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