Kritik: Lesung zu Nelson Mandela – Briefe aus dem Gefängnis @Kammer 1

Theresas Kritik – Besucht am 21. November 2018

Zum fünften Mal jährt sich in der kommenden Woche der Todestag Nelson Mandelas. Aber das ist nicht der einzige Grund weshalb das PEN Zentrum die Benefinz-Lesung „Briefe aus dem Gefängnis“ veranstaltet.

Gerade in der aktuellen politischen Situation können diese Briefe betonen, wie wichtig Meinungsfreiheit und die Kraft von Wort und Schrift ist. Überall auf der Erde, besonders in der Türkei, werden derzeit Journalisten und Autoren aufgrund ihrer öffentlichen politischen Haltung inhaftiert. Diese Tatsachen führt Stephan Bierling mit seiner Moderation im Laufe des Abends dem Publikum vor Augen.

Ursprünglich bin ich rein aus meinem persönlichem Interesse und meiner Verbundenheit zu Südafrika zu dieser Lesung gegangen, doch innerhalb dieser 90 Minuten wurden mir einige Parallelitäten zu unserer heutigen Zeit bewusst. Es ist immer wieder schockierend, wie wenig die Menschheit aus bereits vergangenen Fehlern und Geschichten lernt. Die Lesung war nicht aufgeladen von Politik. Es war mehr ein Unterton, der sich durch den Abend hindurch zog. Vorrangig ging es um Mandelas ganz eigene Geschichte. Auch wenn man sich bereits viel damit auseinandergesetzt hat, bereitete die Lesung sein Leben neu auf und besonders die Moderation schaffte es immer einen Kontext zu schaffen, sowie neue und unbekannte Fakten zu präsentieren.

Die Aspekte, die ich an Lesungen generell schätze wurden auch hier umgesetzt. Etwas vorgelesen zu bekommen, das man eventuell schon einmal selbst gelesen hat, eröffnet einen neuen Zugang zu einem Text, den man anders vermutlich nicht erreichen kann. Man hat die Möglichkeit sich auf verschiedene Punkte zu konzentrieren.

Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass viele vor Lesungen zurückschrecken und sich die Angelegenheit unglaublich zäh vorstellen. Das ist mit wenigen Ausnahmen (die es natürlich immer gibt) nicht der Fall. Ob ihr den gelesenen Text kennt oder nicht: Euch wird etwas vorgelesen und natürlich mithilfe von Betonung in gewisser Weise auch interpretiert. Ihr könnt euch ganz und gar auf den Text konzentrieren ohne euch selbst anzustrengen. Ich möchte also aller Skeptiker ermutigen Lesungen ein- oder zweimal eine Chance zu geben. Sucht euch ein Thema, das euch interessiert. Geht in eine Lesung eines Buchs, das ihr bereits gelesen habt oder das ihr schon lange einmal lesen wolltet. Eignet euch davor ein Minimum an Wissen an, um euch womöglich selbst einen Kontext schaffen zu können. Das wird in den meisten Fällen zwar nicht notwendig sein, kann einem aber selbst eine kleine Freude bereiten, wenn der Einstieg dann so leichter fällt.  10/10 would recommend!

Zur Lesung

Gelesen von:
Carlos Collado Seidel
Jonas Lüscher
Ijoma Mangold
Uwe Timm
Wiebke Puls
Julia Riedler

Moderation: Stephan Bierling

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