Filmkritik: BlacKkKlansman von Spike Lee

Parade des Ku-Klux-Klans 1928 in Washington D.C.
(Foto: U.S. National Archives and Records Administration, (NAID) 541885)

Ivanas Kritik

Hör dir hier Ivanas Kritik an!

Die Oscars stehen vor der Tür und kommenden Dienstag werden die Nominierungen veröffentlicht. Passend dazu wollte ich unbedingt die erste Filmkritik auf unserer Tantenwebsite veröffentlichen. Dieses Jahr stehen einige unglaublich gute Filme zur Auswahl und ich bin fleißig am Abarbeiten meiner Liste. Dieses Mal habe ich mich Spike Lee zugewandt, der 2018 auf dem Filmfestival in Cannes seinen neuen Film zum Thema Ku-Klux-Klan vorstellt. Dass sich seine Werke immer wieder um soziale Themen wie vor allem den Rassismus drehen, wissen wir, aber diese Geschichte ist nun wirklich außergewöhnlich. Das Allerbeste daran: Sie ist wahr.

Um nicht viel vorweg zu nehmen hier nur ein ganz kleiner Teil zur Handlung, der hoffentlich nur Lust auf Mehr macht: Ron Stallworth (super gespielt von John David Washington) ist ein schwarzer Polizist in Colorado Springs und beginnt mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klans zu telefonieren und sich als Gleichgesinnter auszugeben. Sein weißer Kollege Flip (gespielt von Adam Driver: Ja, Sohn von Han Solo und Prinzessin Leia, ich bin jetzt großer Fan) muss schließlich sein erstes persönliches Treffen für ihn übernehmen. Die Sache entwickelt sich zu einem Undercover-Projekt als Zweier-Gespann, beide unter dem gleichen Namen arbeitend: Ron Stallworth. Was passiert, als er sogar den „Grand Wizard“ David Duke kennen lernt, solltet ihr euch selbst ansehen.

Diese Geschichte wird mit einer unglaublich guten Mischung aus Humor, Skurrilität und Ernsthaftigkeit erzählt. Die Sprüche sind cool und gut gewählt, ich musste häufig schmunzeln.

Viele Szenen sind so absurd, komisch und gut umgesetzt: Von den Blicken, der Körperbewegung, der Musik, der Beleuchtung bis hin zu der ruhigen Kamera, ist es einfach sehr angenehm anzuschauen. Die Musik muss ich besonders loben. Es passt so dermaßen gut zusammen: Leise Streicher oder ein Orchester im Hintergrund, dann nur Basstöne oder aber auch die volle Dröhnung mit richtig Beat. Es macht Spaß zu hören. 

Die Tragik hinter dem Thema kommt trotz der humorvollen Sequenzen nicht zu kurz. Die Kombination ist gelungen, denn durch das Skurrile wird die Absurdität dieser Menschen und ihrer Denkweise nur nochmal betont. Umso besser und unglaublicher, dass das wirklich passiert ist. Es ist politisch – aber nicht zu sehr, da der Fokus schon bei den Charakteren und ihrer Entwicklung bleibt. Nichtsdestotrotz wird nicht nur die Zeit der Geschehnisse in den frühen 1970ern behandelt, dieser Film zieht einen großen Bogen zu unserer Gegenwart und dem Stand der Dinge in den USA.

Ich bin angetan und kann BlacKkKlansman wirklich nur empfehlen. Wer einen schlichtweg guten Film sehen möchte, mit wenig Brimborium und einer wahnsinns Geschichte dahinter, dem lege ich den Film wärmstens ans Herz. 

Zum Film

BlacKkKlansman // Focus Features // Release: 14.05.2018 in Cannes Basiert auf dem Buch Black Klansman von Ron Stallworth
Filmdauer ca. 2 Stunden 15 min

Regie und Drehbuch: Spike Lee
Kamera: Chayse Irvin
Musik: Terence Blanchard
Schnitt: Barry Alexander Brown
Produktion: u.a. Jason Blum, Jordan Peele

mit

John David Washington: Ron Stallworth / Adam Driver: Flip Zimmerman / Laura Harrier: Patrice Dumas / Topher Grace: David Duke / Ryan Eggold: Walter Breachway / Jasper Pääkkönen: Felix Kendrickson / Ashlie Atkinson: Connie Kendrickson / Paul Walter Hauser: Ivanhoe / Corey Hawkins: Kwame Ture / Michael Joseph Buscemi: Jimmy Creek / Robert John Burke: Chief Bridges / Brian Tarantina: Officer Clay Mulaney / Alec Baldwin: Dr. Kennebrew Beaureguard / Harry Belafonte: Jerome Turner / Damaris Lewis: Odetta

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