Kritik: Herakles @Volkstheater

Foto: Arno Declair

Ivanas Kritik – Besuchte Vorstellung: 13. Februar 2019

Hör dir hier Ivanas Kritik an!

Nun also die Geschichte des Herakles. Ich war sehr gespannt, nachdem ich zuletzt vom Sommernachtstraum nur mäßig begeistert war und es im Volkstheater für mich immer ein rechtes auf und ab bezüglich der Inszenierungen ist. Leider kann ich vorneweg nehmen, dass ich auch diesmal nicht in größter Euphorie über die etwa anderthalb Stunden aus dem Abend gegangen bin.

Zunächst zum Bühnenbild. Die Bühne ist mit Wasser geflutet, dass etwa einige Zentimeter hochsteht und das Geschehen interessanter macht. Das Wasser wird wirklich gut eingesetzt, gerade durch die Mutwilligkeit der Schauspieler sich immer und immer wieder ins Nasse zu stürzen und auch durch Lichteffekte, vor allem Spiegelungen und Lichtreflexe. Hauptbestandteil der Inszenierung sind, ich nenne sie mal Raupenschläuche (siehe Foto). Diese werden in kleiner Ausführung von jedem Schauspieler immer wieder verwendet, um irgendetwas darzustellen oder auch in großer Variante, um das Bühnenbild zu gestalten. Teilweise werden sie gut verwendet und schaffen eindrucksvolle Bilder, teilweise hätte ich mir aber noch originellere Ideen gewünscht.

Die Geschichte erzählt das Leben des Herakles, von seiner Entstehung bis hin zu seinem Tode. Die klassischen Elemente kommen vor, wie der Kampf gegen den nemeischen Löwen oder die neunköpfige Hydra, das Treffen mit den Amazonen und ihrer Königin Hippolyte oder die List um seine Begegnung mit Atlas. Diese Szenen werden auf der Bedeutungsebene aber eher zurückgestellt, im Fokus steht seine Beziehung zu seiner Frau Megara, seinen Kindern, seinem Vater und die Verantwortung gegenüber seiner Familie. Leider kommt hier bei mir als Zuschauerin durch die Kürze der Inszenierung und die vielen Herakles-Aufgaben, die angeschnitten werden, nicht viel Tiefe an. Es gibt auch humoristische Elemente, die zunächst sehr gut funktionieren, ich habe einige Male gelacht, aber dann zu oft wiederverwendet werden, bis sie nicht mehr lustig sind. Die Schauspieler überzeugen. Die Szene in der Herakles dem Wahnsinn verfällt und die in etwa den Höhe- und Wendepunkt darstellt, nimmt man Max Wagner gut ab. Vor allem Carolin Hartmann ist mir auch im Gedächtnis geblieben, die die Megara authentisch verkörpert.

Alles in allem ein unterhaltender Abend, mit innovativem Bühnenbild und guten Momenten, der aber für mich zu viele Schwächen in sich trägt, um mir langfristig im Gedächtnis zu bleiben.

Zur Inszenierung

Herakles // Volkstheater // Premiere: 07. Februar 2019 //

Studierendenkarten: 8€; Vorstellungsdauer ca. 1 Stunde 35 min.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg
Kostüm und Mitarbeit Bühne: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Kilian Engels

mit

Herakles: Max Wagner
Eurystheus: Jakob Geßner
Amphitryon: Thomas Eisen
Megara: Carolin Hartmann
Iole: Luise Deborah Daberkow
Lichas: Mauricio Hölzemann

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