Weil 10 Stunden nicht genug sind, kommen jetzt 24.

Matthias Lilienthal und sein Team stellen die Spielzeit 2019/20 der Münchner Kammerspiele vor.

Es soll der Abschied aus München werden. Und etwas Besonderes. 12 neue Inszenierungen. Davon 8 Uraufführungen. Das letzte Projekt 24 Stunden lang.

Gestartet wird in den Kammerspielen wie nicht anders erwartet: 3 Premieren an 3 Tagen, Ende September. Darunter ein Shakespeare-Klassiker, König Lear, neu überarbeitet von Thomas Melle und inszeniert von Stefan Pucher. Eine Uraufführung, Die Kränkungen der Menschheit, inszeniert von Anta Helena Recke und direkt noch eine Uraufführung, These Teens Will Save The Future von Verena Regensburger. Letztere findet im Haus der Kunst statt und wird in der Pressekonferenz intensiver besprochen. Es spielen etwa 30 Jugendliche bzw. junge Erwachsene zwischen 10 und 21 Jahren, die sich als junge politische Menschen große Sorgen um ihre Zukunft machen und wie wir diese noch retten können. Einige davon sind auf den Fridays for Future-Demos gecastet worden, klingt nach einem sehr spannenden jungen Projekt!

Dann folgt eine Rekonstruktion des letzten Nirvana-Konzerts, das 1994 in München stattgefunden hat, damals am ehemaligen Flughafen Riem. Sowohl die Band, als auch den Ort gibt es nicht mehr, was für Damian Rebgetz, der hier inszeniert und auch Ensemblemitglied ist, den besonderen Reiz ausmacht.

Leonie Böhm nimmt sich den Schiller-Klassiker Die Räuber vor, interpretiert diesen aber mit weiblichen Darstellerinnen, weswegen es hier Die Räuberinnen heißt. Auch Christopher Rüping inszeniert wieder (Im Dickicht der Städte), genau wie Susanne Kennedy (Oracle), Toshiki Okada (The Vacuum Cleaner) und Felix Rothenhäusler (Wunde R). Marlene Monteiro Freitas (Le Mal) und René Pollesch (Passing – It’s So Easy, was schwer zu machen ist) kehren, um jeweils ein Projekt zu machen, an die Kammerspiele zurück. Genau wie Thomas Schmauser ins Ensemble. Dort seit April neu, ist Julia Windischbauer.

Der Knaller kommt am Ende mit Olympia 2666. 24 Stunden Theater durch München, basierend auf dem Roman 2666 von Roberto Bolaño. Mit einem Bus werden die Zuschauer zu besonderen Orten gefahren, zum Beispiel dem Olympiapark oder nachts in die LMU, bis zum Ende in Kammer 2 zu einem gemeinsamen, gemütlichen Frühstück. Das Regieteam besteht unter anderen aus Christopher Rüping, Toshiki Okada und Ligia Lewis. Das Ganze soll 10-12 Mal stattfinden, viele Plätze wird es nicht geben, deswegen würde ich mir Mai 2020 schon mal gut vormerken. Wir sind mehr als gespannt!

Lilienthal spricht dann noch vom Turning Point. Nach seinem Gefühl ist der Knoten geplatzt zwischen dem Münchner Publikum und den Kammerspielen, wie sie seit 2015 sind. Er spricht von Fremdheiten und zu wenig Liebe, die die erste Zeit zurückkam. Das hat sich seit der letzten Spielzeit geändert, was sich auch in den Zahlen wiederspiegelt. Es ist noch nichts perfekt, aber es geht in eine sehr gute Richtung. Kennedy’s Drei Schwestern laufen mit 80 % Verkauf sehr gut, im Durchschnitt stehen die Kammern wohl immer bei etwa 65 %. Was auffällt ist der Verkauf der Schüler- und Studierendenkarten, der sich seit der Zeit Simons verdreifacht hat! Wir sind hellauf begeistert!!

Nach der sowieso sehr entspannten und gelassenen Pressekonferenz, bei der es Quesadillas und Guacamole gibt, kommt zuletzt die Frage nach Lilienthals Plänen nach seiner Zeit in München. Seine Antwort ist Privatisieren, wobei er noch nichts Genaueres weiß, außer dass man sich diese Stadt mit Arbeitslosengeld nicht leisten kann.

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